In allen Lebensbereichen stellen sich Kindern und Jugendlichen Fragen respektive werden sie mit solchen konfrontiert, die nicht Halt an geschichtlich zufällig festgelegten Grenzen von Disziplinen oder Fächern machen. Die Bearbeitung solcher Fragestellungen erfordert disziplinäres wie auch inter- und transdisziplinäres Wissen und entsprechende Denk- und Arbeitsweisen. Geht man davon aus, dass Entwicklungen von Demokratien auch von den Fähigkeiten ihrer Mitglieder zu verantwortbaren Entscheidungen abhängen, dann sind Bildungsgänge über alle Lebensphasen hinweg zu prüfen, in welchem Ausmaß sie dazu befähigen, und wie Problembewältigungen und Phänomenklärungen zu verbessern sind. Wenn Unterricht solche Ziele verfolgen will, bedarf es einer Verbindung und Kontrastierung disziplinärer Wissensbestände und Herangehensweisen sowie einer Reflexion der jeweiligen Grenzen, Potentiale und Spezifika der Disziplinen.

Die Zeitschrift soll ein Forum sein, Konzepte für inter- und transdisziplinäre Bildung zur Diskussion zu stellen und Wege dafür auszuloten, wie diese in Schule und Unterricht umgesetzt werden können. Dabei gilt es auch zu erforschen, welche Chancen und Hindernisse bestehende Strukturen sowohl in Schule als auch in Ausbildungsinstanzen von Lehrpersonen (Pädagogische Hochschulen, Universitäten, Fortbildungen für Lehrpersonen usw.) diesbezüglich bieten. Damit stehen Fragen wie die folgenden im Zentrum: Was bedeutet es für die Aufbereitung der jeweiligen Inhalte, wenn diese einerseits inter- und transdisziplinär erschlossen und andererseits jeweilige intra-, inter- und transdisziplinäre Kontroversen berücksichtigt werden sollen, um zu verantwortbaren Problembewältigungen und einschätzbaren Phänomenklärungen zu gelangen? Welche Methoden und didaktischen Lernszenarien unterstützen derartiges forschendes Lernen und Lehren? Welche Implikationen ergeben sich diesbezüglich im Hinblick auf die Rollen von Lehrenden und Lernenden? Welche Anforderungen und Fragen stellen sich aus der Perspektive einer inter- und transdisziplinären Bildung an die wissenschaftlichen Disziplinen in ihren derzeitigen Verfasstheiten?

Vor diesem Hintergrund soll die Zeitschrift Wege erkunden helfen, welche Formate inter- und transdisziplinäre Diskussionen fördern, die Transparenz schaffen, Kontroversen und Alternativen sichtbar machen sowie Perspektiven verdeutlichen. In diesem Sinne ist die Zeitschrift selbst auch als ein Forschungsinstrument konzipiert: Welche Methoden lassen inhaltliche Klärungen und approximationsfähige Aufbauprozesse anbahnen? Wie können über verschiedene Schulen, Strömungen, Richtungen und Kontroversen zu jeweiligen Fragen und Themen hinweg Wissensaufbereitungen für Schule und Unterricht gelingen, die diese angemessen wiedergeben und die nicht hilflos machen, sondern kritisch-reflexive Kompetenzen im Umgang mit Nicht-Wissen (Grenzen des Wissens) und offenen Fragen fördern? Hierfür sollen konzeptuelle Fortführungen über einzelne Ausgaben der Zeitschrift möglich sein, etwa indem briefliche Stellungnahmen veröffentlicht oder auch Begriffsklärungen weitergeführt werden. Weiterhin sollen jeweilige Themen sollen nicht nur als abgeschlossene Einzelarbeiten, sondern als Forschungskooperation zu einer Frage bearbeitet werden können (etwa indem auf einen Forschungsauftakt eines Autors bzw. einer Autorin zunächst Weiterführungen von anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, dann ein Zwischenfazit der Verfasserin/des Verfassers des Forschungsauftakts, hierauf eine Synopse von einer ansonsten unbeteiligten Person und schließlich Bilanzen von allen Beteiligten zum Schluss folgen mögen). Auch bezüglich konkreter Unterrichtsprojekte soll nach Wegen gesucht werden, wie diese vergleichend zu anderen angelegt sein können oder welche Weiterführungen denkbar sind.

Zur Verfolgung dieser vielfältigen Ziele ist die Zeitschrift in 2 Rubriken aufgeteilt, die den nachstehend genannten Logiken folgen:

  • Forschungsartikel-Teil in dem empirische und theoretisch-konzeptionelle Beiträge veröffentlicht werden – mit einem sog. Anhang "Nach-Gefragt/Weiter-Gedacht", in dem Kommentare, Briefe, Repliken etc. zu Beiträgen aus vorhergegangenen Heften veröffentlicht werden. Alle Forschungsartikel durchlaufen ein Double Blind Review Peer Review. Insgesamt sollen Themen möglichst grundlegend erörtert werden, wofür zusätzlich zu dem aktuell durchgeführten Double Blind Peer Review zu Beiträgen des Forschungsartikel-Teils mittelfristig die Form des Open Peer Commentary als eine von jeweiligen Autorinnen und Autoren zu wählende Alternative angeboten werden soll.
     
  • Forschungsforum-Teil, der als Forschungsinstrument konzipiert ist und in dem zu ausgewählten grundlegenden Fragen und Themen Beiträge eingeworben und Diskussionen in verschiedenen zu erprobenden und zu entwickelnden Formaten organisiert werden. Jeweilige Fragen sollen nicht dabei nicht nur zwischen jeweiligen Wissenschaftler*innen verschiedenster Positionen erörtert werden, sondern deren Diskussionen sollen z. B. auch von Lehrenden mit ihren Studierenden weitergedacht und befragt werden können. Methoden individuellen wie gemeinsamen Erwägens sollen nicht nur konzeptuell vorgestellt, sondern auch unterschiedliche Erfahrungen mit ihnen erörtert werden, um hierdurch z. B. auch Perspektiven auf deren Weiterentwicklungen zu eröffnen. Wie beim Forschungsartikel-Teil gibt es einen Anhang "Nach-Gefragt/Weiter-Gedacht", in dem Kommentare, Briefe, Repliken etc. zu Beiträgen aus vorhergegangenen Heften veröffentlicht werden.

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